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Peoplefotografie mit Models - Starthilfe - Part2

Der erste Schritt ist getan und das Model ist gefunden. Aber wie geht es denn jetzt weiter?

Ihr hattet schon eine Idee? Dann überlegt euch jetzt mal, was ihr dafür alles braucht.

Meistens sucht man immer nach der richtigen Location, aber habt ihr euch einfach mal Gedanken darüber gemacht, ob man wirklich suchen muss?
Was muss die Location denn wirklich hergeben?
Wieviel ist davon überhaupt zu sehen?
Meistens tun es doch einfach Hintergründe, wie ein Holzstoß, ein Kies oder Holzboden, eine Glasscheibe, eine Hausmauer, eine Wiese, ein Balkon, ein Sofa, ein Bett, eine Küche…
So viele Locations, die wir tagtäglich sehen, aber an die wir nie denken.
Deshalb hier mein Tip:
Geht in eurer Gegend mal ne halbe Stunde spazieren und überlegt euch mal, wo man da überall ein Model plazieren könnte. Dann macht das nochmal 15 Minuten zu Hause.
Schnappt euch dann eine Person eures Vertrauens und macht einfach mal ein paar Bilder zu Hause und an diesen Locations. 3-4 Bilder und weiter.
Die Bilder muss man nicht entwickeln, die Person mss auch nicht speziell posen können.
Es dient lediglich dazu mal herauszufinden, wie Menschen vor bestimmten Hintergründen aussehen.
Einfach mal die Bilder normal, gekniet und aus 2-3 Winkeln geschossen und schon habt ihr einf für euch passendes Ergebnis.

Ihr werdet dabei feststellen, dass viele Bilder gar nicht nach besonderen Locations verlangen, weil die Brennweite den Hintergrund begrenzt.
Ein Gegenlichtportrait braucht bei 85mm eigenltich sogut wie gar keinen Hintergrund nur etwas Sonne… Es ist auch völlig egal ob ihr auf Schloss Neuschwanstein oder vor dem Reichstag seid, wenn ihr an der Mauer steht sieht man mit 50mm nicht mehr viel davon.

Die Idee bestimmt das Bild, das Bild bestimmt die Brennweite und diese bestimmt eigentlich erst die Location!

Der große Faktor Licht ist der nächste Punkt und viel zu umfassend um alles zu beschreiben.

Ich fasse mich also kurz. Es hängt davon ab, was ihr shooten wollt. Viele Ideen scheitern oft daran, dass man diese vom Equipment her gar nicht einfach so umsetzen kann.
Beschränkt euch vielleicht erst mal darauf mit Tageslicht und einem Reflektor zu arbeiten.
Meiner Meinung nach ist dieser fast unverzichtbar, gerade dann wenn man nur mit einer Einsteiger DSLR und dem recht lichtschwachen Kit-Objektiv unterwegs ist.

Ich hab ein paar wenige Tips, die ich euch als Denkanstoß mitgeben möchte, was Licht und Equipment in der Modelfotografie angeht… Bitte wirklich nur als Tips sehen und nicht als bare Münze nehmen…

  • Offenblende und Entfernung bringen Unschärfe, geht also entweder weiter weg oder besorgt euch ein Objektiv das sehr offenblendiges fotografieren ermöglicht.
  • Ein Reflektor ist eine lohnende Anschaffung und kosten ca. 30-50€ (es gibt Reflektoren die haben statt dem „Pornogold“ eine Zebraoberfläche, kosten nur wenig mehr machen das Licht aber deutlich besser)
  • Offenblendige Objektive sind meist Festbrennweiten wie z.B. mit 1,8 als 50mm und sind Preisleistungstechnisch unschlagbar. (100-120€)
  • Nicht immer gleich neu kaufen. Ausleihen zum Probieren ist manchmal viel effektiver und im Freundeskreis auch sehr lohnend, bevor man kauft
  • Gebrauchtkäufe in Betracht ziehen, denn nicht immer muss man gleich was neues kaufen
  • Blitz empfehle ich einen manuellen Aufsteckblitz, dafür nutze ich ihn immer entfesselt. (50€ + 30€ für Sender)
  • Softbox wie die SMDV 60 (meiner Meinung nach die beste Softbox für Aufsteckblitze)
  • Lampenstativ (gibt es gute schon ab 30€, aber nicht einfach billig kaufen)
  • Software zur RAW-Entwicklung besorgen und verstehen lernen!

Der wichtigste Tip ist aber „Hört auf in der 100%-Ansicht nach Rauschen oder Unschärfe zu suchen“
Traut euch auch mal mit höherer ISO zu arbeiten und traut euch auch an ein ganz leicht unscharfes Bild ran.
Zur Not macht es Schwarzweiß (aber bitte nicht einfach nur in graue Matsche umwandeln, sondern auch Kontraste und Hell/Dunkel Töne sauber entwickeln)
Wenn das Bild passt, kann das immernoch wunderbar aussehen!

Kleine Ergänzung noch:

Behandelt eure Models gut und seid gastfreundlich. Wenn ihr auf TfP Basis shootet denkt mal darüber nach Fahrtgeld zu geben oder die Models wenigstens auf nen Snack einzuladen.
Ein freundschaftliches Verhältnis öffnet euch viele Türen und wenn ihr später nochmal ein Model braucht seid ihr froh, mal die euch bekannten Models fragen zu können.
Zu der Thematik „Umgang mit Models“ werd ich zu gegebener Zeit was nachreichen.

Auch wenn man die Decke den Berg mit hochschleppen muss, wenns kalt ist hat man eine dabei.

FAZIT :

Mein letzter Punkt den ich euch nahelegen möchte ist folgender

TRAUT EUCH UND SEID EHRLICH

Nichts hilft weniger als Angst davor was falsch zu machen. Geht ehrlich mit den Models und euch selbst um. Wenn ihr ehrlich seid, könnt ihr eure Fehler richtig einschätzen, nehmt die Kritik von anderen an und versteht selbst am besten, wie ihr euch verbessern könnt, weil ihr ja ehrlich an euch selbst erkennt, dass ihr das nötig habt.

In diesem Sinne wünsche ich euch wundervolle, lustige und erfahrungsreiche Modelshootings!!!